Nach all dem Hype um den Kampf zwischen Jon Jones und Daniel Cormier verlief der Kampf, von der frühen Phase abgesehen, recht einseitig. Der Champion zeigte, dass er zurecht als einer der besten MMAler unserer Zeit gilt, während Cormier seinen vollmundigen Ankündigungen nur bedingt Taten folgen lassen konnte. Unter Tränen versprach der Herausforderer auf der anschließenden Pressekonferenz jedoch, sich auch nach dieser Niederlage zurück zu kämpfen.
Während des Kampfes war Cormier nur in den ersten beiden Runden ein ebenbürtiger Gegner für Jones. Cormier übte enormen Druck aus und trieb den Champion durch den Ring, der im Rückwärtsgang aber einen Treffer nach dem anderen setzen konnte. Im Clinch angekommen traf Cormier dann vor allem in der zweiten Runde mit starken Uppercuts. Erstaunlich war, dass der Herausforderer, immerhin ehemaliger Olympionike im Ringen, seinen Kontrahenten im gesamten Gefecht nur ein einziges Mal auf den Boden bringen konnte, während Jones seinerseits Cormier fünf Mal auf den Boden brachte.
Schien der Kampf nach den ersten beiden Runden noch ausgeglichen, nahm Jones dann in Runde drei das Ruder in die Hand. Während er die Distanz von Beginn an beherrschte, übernahm er von da an auch im Clinch das Kommando, drückte Cormier an den Käfig und traf wiederholt mit kurzen Ellbogen.
Cormier seinerseits schien ab der dritten Runde die Luft auszugehen, konnte er Jones in der zweiten Runde noch unter Druck setzen, war er der Physis des Champions hier nicht mehr gewachsen. Offensivaktionen waren Mangelware und Jones brachte die Runden drei, vier und fünf locker nach Hause. Erst zum Abschluss der letzten Runde wurden die Dinger nochmal heftiger, als Jones bereits wenige Sekunden vor Kampfende jubelte und sich beide mit dem Gong noch ein kleines Handgemenge lieferten, das Herb Dean mit vollem Körpereinsatz beenden musste.
Letztlich war der Kampf eine klarere Sache, als viele im Vorfeld gedacht hatten. Dass die beiden Kämpfer sich auch nach dem Gefecht nicht wirklich ausstehen können, wurde während der ersten Interviews deutlich. So sagte Jones, dass er kein Mitleid mit den Tränen Cormiers habe, die dieser auf der Pressekonferenz vergoß. Hätte „DC“ gewonnen, hätte er große Töne gespuckt, daher würde sich „Bones“ wünschen, dass Cormier den Rest der Nacht irgendwo sitzt und weint.
Gleichzeitig deutete er an, dass er gerne nochmal gegen den Ringer anstreten würde, um ihm dann eine noch schlimmere Abreibung zu verpassen.
Wie auch immer man zu Jon Jones steht, der US-Amerikaner zeigte einmal mehr, dass er momentan der wohl kompletteste Kämpfer in der UFC ist. Sollte er sich jetzt noch gegen den Sieger aus Gustafsson vs. Johnson durchsetzen gibt es im Halbschwergewicht eigentlich niemanden mehr, der ihm gefährlich werden könnte.
Einen baldigen Wechsel ins Schwergewicht schloss Jones zwar aus, gab aber gleichzeitig zu Protokoll, sofort in einen Kampf gegen Cain Velasquez einzuwilligen. Ob es so bald zu diesem Kampf kommt, darf bezweifelt werden, sollte Jones seine Dominanz im LHW aber fortführen, rückt das Duell der beiden früher oder später in den Bereich des Möglichen.
