Seit einigen Wochen brodelt die Gerüchteküche in der deutschen MMA-Szene. Vermehrt scheinen deutsche Veranstaltungen, die vormals bei Sherdog unter Profiregeln gelistet wurden, auf Amateurstatus zurückgestuft worden zu sein. Das scheint auf den ersten Blick vielleicht nicht sonderlich gravierend, begibt man sich aber etwas tiefer in die Materie, erkennt man schnell die Problematik. Sherdog gilt weltweit als unabhänigiges Medium, das Kampfbilanzen von MMA-Sportlern rund um den Globus zusammenträgt. Die Website wird von Veranstaltern und Matchmakern herangezogen, um geeignete Kämpfer für ihre Events zu rekrutieren.
Eine Zurückstufung von Veranstaltungen und der damit verbundene „Wegfall“ von Profikämpfen schadet nicht nur den Veranstaltern selbst, sondern letztlich insbesondere den Sportlern, und das auf zweierlei Art. Erstens sieht z.B. ein 10-1 Profirekord gelinde gesagt eindrucksvoller aus als ein 7-1 Rekord. Zweitens hat die Schwedische MMA-Föderation zuletzt mit ihren Entscheidungen um Cage Warriors und den Kampf von Dennis Siver gezeigt, dass Kämpfer zumindest in Schweden über eine Mindestanzahl an Kämpfen verfügen müssen, um dort antreten zu dürfen.
Betrachtet man vor diesem Hintergrund, dass die großen Veranstalter wie z.B. die UFC mitunter auch recht kurzfristig Kämpfer für ihre Events ersetzen müssen, ist ein solches Vorgehen dann auch schnell mal wirtschaftlich schädlich für den Kämpfer, der so unter Umständen der Chance seines Lebens beraubt wird. Wenn ein Kämpfer von der UFC, Bellator und Co. nicht unter Vertrag genommen wird, weil jemand die ungerechtfertigte Rückstufung dreier seiner Siege auf Amateurniveau veranlasst hat, ist das mehr als diskussionswürdig. Weiterlesen »