„Filthy“ Tom Lawlor im exklusiven Boxhaus-Blitzinterview

filthy; Adjektiv – dreckig, schmutzig

Irgendwie passt der Kampf- oder besser Spitzname zu Thomas Joseph Lawlor.
Dem momentan bei der UFC unter Vertrag kämpfenden Lawlor gelang der Sprung in die höchste Liga der MMA-Organisationen durch die Teilnahme an The Ultimate Fighter 8 – Team Nogueira vs. Team Mir.
Auf der Seite von Team Mir verlor er zwar durch KO gegen Ryan Bader in Runde 1, aber er fand dennoch ein Platz in der Final-Show der Staffel und gewann dort gegen Kyle Kingsbury.

Der im Mai 1983 geborene Tom baute sich eine große Fangemeinde auf und wurde zur Kultfigur, indem er beim Wiegen oder beim Einmarsch gerne andere bekannte Größen imitierte. Art Jimmerson, Steven Seagal, Genki Sudo oder Apollo Creed aus Rocky…nur um ein paar zu nennen.

Boxhaus konnte dem absolut lustigen Amerikaner mit einem Kampfrekord von 8-4-1 ein paar Minuten Zeit abknöpfen um ein paar kurze Fragen zu beantworten…

Boxhaus: Hi Tom! Danke dass du dein Training mal kurz unterbrichst und dich deinen deutschen Fans widmest. Wir haben dich zuletzt im Mai kämpfen sehen. Bei UFC on FUEL TV konntest du den Kampf in der ersten Runde recht schnell für dich entscheiden. Wann sehen wir dich wieder im Octagon? Und wo trainierst du momentan?
Tom Lawlor: Ich bin schon bei UFC 154 am 17. November wieder am Start…ich trainiere für meinen nächsten Kampf wie gewohnt in Providence, Rhode Island. BJJ bei meinem Trainer Tim Burrill und bei Tri-Force MMA.

Erzähl uns mal von deinen ersten Schritten in Richtung Kampfsport. In welchem Alter kamst du in Kontakt, und wann hast du dann selbst angefangen zu trainieren?
Ich kann nicht wirklich sagen, dass ich eine „Kampfkunst“ betreibe…ich kämpfe! Ich kämpfe und ich ringe…ich bezeichne mich daher auf keinen Fall als Kampfkünstler, auch wenn ich andere Künste wie Musik, Theater oder Malerei bewundere…

Wie kam dein Interesse an MMA?
Ich habe mir damals UFC 2 angesehen und war total fasziniert von der überwältigenden Natur des Kampfes…also begann ich zu traineren…damals bei einem Verein Namens JBA Jiu-Jitsu in Fall River Massachusetts in 2001, nachdem ich lange Zeit in der High School gerungen habe.

Erinnerst du dich auch noch an deinen ersten Amateur MMA Kampf? Was war das für ein Gefühl?
Absolut surreal…damals gab es auch noch keine Unterschiede zwischen Amateur oder Pro MMA…jedenfalls war ich selbst definitiv noch ein Amateur. Ich weiß nur noch…ich bin förmlich in den Ring gehetzt und habe meinen Gegner in nur 54 Sekunden durch Ground and Pound regelrecht auseinander genommen…das ganze ging so schnell, ich hatte gar keine Chance darüber nachzudenken, den Augenblick zu genießen oder eben nervös zu werden.

War dir damals bewusst, dass das deine Zukunft werden könnte? Kämpfen?
Es war immer mein Traum…und in manchen Fällen werden Träume tatsächlich wahr.

Gehörst du auch wie so viele andere zu den Jungs, die gerne mal etwas „schlechtes“ essen und nicht auf ihre Ernährung achten?
Es gibt so etwas wie „schlechtes Essen“ nicht…jede Art von Nahrung ist einfach köstlich und ein ernstes Laster das ich habe…

Wie motivierst du dich vor einem Kampf?
Der Gedanke, dass ich mich monatelang  für eine Situation vorbereite die allerhöchstens 15 Minuten dauert…das alleine ist schon genug Motivation für mich mein bestes zu geben.

Du bist ja bekannt für deine Auftritte vor dem Kampf…sei es jetzt das Wiegen, oder der Einmarsch…was erwartet uns als nächstes?
Ein wahrer Gentleman teilt niemals seine Geheimnisse…
(Im Anschluss an das Interview findet ihr ein kleines Highlight Video von Tom´s Auftritten)

Du warst ja auch in dem berühmt berüchtigten Ultimate Fighter Haus. Wie war das Leben dort? Ständig unter Beobachtung…zig Kameras, egal wo du bist…und lauter andere Kämpfer um einen herum…
Ich habe es geliebt…es war toll! Ich hatte die Möglichkeit mit den besten Jungs der Welt zu trainieren…dazu gab es kostenloses Essen und ich konnte täglich stundenlang im Whirlpool unter der Sonne Las Vegas´ abhängen…was will man mehr???

Gab es gravierende Unterschiede was das „wahre Leben“ im Haus und das im TV unterscheidet?
Eigentlich nur die ganze Monotonie…im Endeffekt passiert immer das gleiche…du machst jeden Tag das selbe…und das für 6 Wochen.

Was denkt deine Familie über das kämpfen?
Sie schauen sich super gerne Kampfsport an…nur meine eigenen Kämpfe lassen sie aus…

Was war dein größter Moment in deiner Laufbahn?
Als ich zu „Let´s get Physical“ bei UFC 139 zum Octagon lief…

Was denkst du über Deutschland? Kennst du ein paar deutsche Kämpfer?
Ich kenne leider nur die Jungs, die es in die UFC geschafft haben…jedoch bin ich mittlerweile sehr aufmerksam geworden, was die deutsche Szene angeht…dank eines netten Kollegen aus Deutschland.

Kommst du mal rüber nach Deutschland? Zum trainieren, oder einfach nur so zum Vergnügen!
Ich habe es schon so lange vor…ich möchte unbedingt mal nach Berlin! Ich liebe Graffiti und Berlin hat da ja einiges zu bieten! Außerdem LIEBE ich Bier und würde zu gerne mal das Oktoberfest besuchen! ich bin ein riesen Fan von Europa und reise dorthin so oft es nur geht…

Zuletzt noch eine Frage…was wäre dein Wunschgegner? Lawlor gegen ???
Wer auch immer den Champion-Titel trägt…

Vielen Dank an Tom, das Interview hat sehr viel Spaß gemacht…und hat gezeigt, dass Profi-Kämpfer nicht alles so ernst nehmen…wir freuen uns auf seinen nächsten Kampf und sind gespannt als was er dieses Mal zu den Weigh-Ins erscheinen wird…

 

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